Gründung und Entwicklung der Feuer- und Rettungswache Borken

Im Jahre 1969 erfolgte der freiwillige Zusammenschluss von 10 Gemeinden. Durch diese kommunale Neuregelung wurde die Stadt Borken zu einer Großgemeinde mit ca. 30.000 Einwohnern. Städte dieser Größenordnung waren nach dem Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz von 1958 verpflichtet, eine ständig besetzte Feuerwache zu unterhalten.

                   Foto der Feuer- und Rettungswache Borken

 

Anfang 1970 wurden Überlegungen angestellt, ob eine ständig besetzte Feuer- und Rettungswache eingerichtet werden sollte. Am 2. Juni 1970 stellt die Stadt beim Regierungspräsident in Münster einen Antrag auf eine vorläufige Befreiung der Einrichtung einer ständig besetzten Feuer- und Rettungswache. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Die Freiwilligen Feuerwehr Borken nahm das neu erstellte Feuerwehrgerätehaus  im Herbst 1964 in Betrieb. Des weiteren waren im Gerätehaus die  Kreisschlauch- und Gerätepflegestelle des Kreises Borken untergebracht..
Am 1. September 1971 7:30 Uhr nahm die ständig besetzte Feuer- und Rettungswache im entsprechend umgeänderten Feuerwehrgerätehaus am Butenwall ihren Dienstbetrieb auf.

 

Aufnahme Rettungsdienst

Im November 1971 erfolgte die Indienststellung des ersten Rettungswagen, der mit einem Arzt der chirurgischen Abteilung des Marienhospitals Borken besetzt wurde. Die Ausrüstung des Rettungswagen mit EKG, Beatmungsgerät usw. erfolgte ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit der chirurgischen Abteilung des St. Marienhospitals Borken. Der Arzt rückte zunächst nur zu Unfällen mit aus.
Bereits 1972 erhielten die ersten Feuerwehrleute Die Ausbildung zum Rettungssanitäter.
Die Anstrengungen der Stadt Borken im Bereich des Rettungsdienstes hatten in Land NRW Vorbildcharakter. Im Münsterland war die Stadt Borken die erste, die einen Rettungswagen mit Notarztbesetzung vorhielt. Selbst größere Städte unseres Landes richteten erst viel später einen Notarztdienst ein. Auch bei der Ausbildung des Personals zum Rettungssanitäter spiegelte sich das Engagement der Stadt wieder.
Die Einrichtung der Feuer- und Rettungswache war für die Stadt Borken mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden. Die Gemeinden Raesfeld, Heiden, Ramsdorf, Velen und Reken nahmen ebenfalls Leistungen der Feuer- und Rettungswache Borken in Anspruch und beteiligten sich nach einen ausgehandelten Kostenschlüssel an den Kosten für den Kranken- und Rettungstransport.

 

Vereinbarung Kreis - Stadt

1977 wird der Kreis entsprechend gesetzlicher Vorgaben Träger des Rettungs-dienstes. Gleichzeitig schloß der Kreis Borken mit der Stadt Borken eine Vereinbarung über die Einrichtung und den Betrieb einer Rettungswache. Damit beteiligte sich der Kreis anteilig an den Personal- und Betriebskosten der ständig besetzten Feuer- und Rettungswache. Die Vereinbarungen mit den umliegenden Gemeinden trat außer Kraft.

Im April 1980 wird mit dem Um- bzw. Erweiterungsbau der Feuer- und Rettungs-wache begonnen. Im gleichen Monat begann die Fa. Siemens mit der Einrichtung und Montage der Kommunikationsmittel für eine Koordinationsstelle der Feuer- und Rettungswache Borken.
Der Erweiterungsbau wurde der Feuerwehr im Juni 1981 übergeben.

Im Juli 1983 wird ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) mit entsprechender Ausrüstung in Dienst gestellt. Der Notarzt fährt im Rendezvous-System auch in den Einsatzgebieten der Rettungswachen Reken, Gescher und Südlohn.

 

Weitere Erweiterungen

Die Feuer- und Rettungswache Borken ist im Rahmen des abwehrenden und vorbeugenden Brandschutzes für das Stadtgebiet mit einer Fläche von etwa 152 km² und rd. 42000 Einwohnern sowie im Rettungsdienst und Krankentransport für ein Einzugsgebiet von etwa 435 km2 mit ca. 90.000 Einwohnern zuständig.

Auf Grund der allgemeinen Entwicklung und der Veränderung der Strukturen in der Stadt Borken musste der Fahrzeugbestand, die Ausrüstung und die Ausbildung des Personals den Gegebenheiten anpasst werden.
Die Planung der Erweiterung wurde vom Leiter des städtischen Hochbauamtes, vorgenommen. Nach der Zusage der Landesmittel konnte am 6. November 1996 der erste Spatenstich erfolgen. Am 21. Juni 1998 übergab der Bürgermeister die neu erstellten Gebäude der Feuerwehr.

 

Hauptamtliche Kräfte Feuer- und Rettungswache

Im Stellenplan der Stadt Borken stehen für die Feuer- und Rettungswache 37 Planstellen zur Verfügung. 27 Feuerwehrbeamte und 5 Angestellte für den Rettungsdienst versehen 24 Std. Schichtdienst in zwei Wachabteilungen. Für die Einsätze im Brandschutz, der technischen Hilfeleitung, dem Rettungsdienst und Krankentransport sind täglich 6 Einsatzkräfte im 24 Std. Dienst.
Der Leiter der Feuerwehr, der Dienststellenleiter, zwei Jahrespraktikanten und ein Zivildienstleistender versehen Tagdienst bzw. Wechseldienst.

Zur weiteren Verstärkung, gem. den Forderungen aus dem Brandschutzbedarfsplan, befinden sich seit dem 01.04.2011 fünf  Brandmeisteranwärter in der Ausbildung.

Für die feuerwehrtechnischen und die rettungsdienstlichen Aufgaben werden die feuerwehrtechnischen Kräfte der Feuer- und Rettungswache wechselweise eingesetzt und wenn erforderlich, nach der Alarm- und Ausrückordnung (AAO), durch ehrenamtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Borken verstärkt.